MIRJAM KUITENBROUWER

DR. DOROTHEA LEHNER-LÖHR

Die möbel, die Mirjam Kuitenbrouwer fertigt, sind Gebrauchsgegenstände und Kunstwerke zugleich. Sie sollten nicht nur im herkömmlichen Sinne nützlich, also zum Sitzen oder zum Aufbewahren von Gegenständen geeignet sein, sondern sie sollen vor allem die Phantasie des Benutzers beflügeln.
“Waiting for a Wonder” heißt der kleine Kabinett-Schrank, der für die Aufbewahrung leerer Papierbögen im DIN-A4-Format bestimmt ist. Das Kabinett ist 2,20 m hoch. Das Papier liegt dadurch in Kopfhöhe, dort wo das Denken beginnt: Es wartet auf ein Wunder, auf neue Gedanken und Ideen, die es aufnehmen wird. Die Innenseite des Schränkchens ist aus warmem, feurigrotem, politiertem Kupfer. Durch den Aufsatz fällt Licht auf den weißen Papierstoß im Inneren. Die Außenseite zeigt ein Mosaik aus hellblauen, kleinen Fliesen. Das Schränckchen steht auf vier langen Beinen. Seine Gestalt erinnert an die einer Giraffe. Zwischen den Hinterbeinen auf der abfallenden Rückseite befinden sich zwei Türen, die das glühende Innere mit dem reinen weißen Papier freigeben.

p. 96 Foto Hans Vroege

p. 97 Waiting for a Wonder, 1990, Kabinett-Schränckchen für DIN-A4
Schreibpapier, holländische Ulme, Kupfer, Nickel/Messing, Fliesen
220 x 54 x 92 cm
Foto Frank van Helfteren

Katalog Talentbörse Handwerk 1991, pp. 96-97

Sonderschau der Internationalen Handwerkmesse München

16 – 24 03 1991

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